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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Vergleich der immunologischen Kompetenz von HL Schweinen, Turopoljeschweinen sowie deren Kreuzungstieren

Forschungsteam H. Kliem, I. Ballweg, E. Fandrey, K. Fröhlich, H.H.D. Meyer
Einrichtung Abteilung für Physiologie, ZIEL, Technische Universität München
Arche Warder e.V., Zentrum für seltene Nutztierrassen
Laufzeit 06/2011 bis 10/2013 (30 Monate)
Finanzierung Gesamtkosten: 60.000 Euro

Rassenvielfalt und Agrobiodiversität erhalten

Die Welternährungsorganisation FAO hat im letzten Weltzustandsbericht über „Tiergenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft“ 7.616 Rassen gezählt. Insgesamt sind dort 740 Rassen als ausgestorben aufgelistet. 20 Prozent sind unmittelbar vom Aussterben bedroht. Für die nächsten 20 Jahre rechnet die FAO zudem mit einem Totalverlust von 2.000 weiteren Haustierrassen (BLE, 2008). Mit jeder verlorenen Tierrasse verschwinden wichtige genetische Ressourcen, die für den Erhalt der Agrobiodiversität dringend erforderlich sind.

Erlösentwicklung von Nutztieren

In der Vergangenheit gab es verschiedene Gründe, weshalb alte Nutztierrassen aus der Produktion ausschieden. Häufigster Grund waren zu geringe Erlöse oder zu hohe Produktionskosten, z.B. durch Nachteile in der Futterverwertung, bei der Milchleistung, Wurfgröße oder Legeleistung. Um diese Produktionskosten zu kompensieren, müssten die Produkte von alten Rassen höhere Erlöse einfahren. Besonders bei seltenen Nutztierrassen sind jedoch geringere Erlöse je Nutztier zu erwarten. Typischerweise ist die des einzelnen Tieres produzierte Menge an Fleisch, Milch und Eiern geringer als bei Standardrassen (Thiele et al., 2010).

Prognose zur Immunkompetenz

Um Haltungsbedingungen von Schweinen zu optimieren, ist zu prüfen, ob alte Schweinerassen über besondere physiologische Besonderheiten zur Auffrischung der gegenwärtigen Rassen verfügen. Es ist zu vermuten, dass unterschiedliche Rassen bei vergleichbaren Haltungsbedingungen sowie bei Exposition mit in der Schweinehaltung relevanten Erregern voneinander differierende Immunreaktionen zeigen. Dabei geht man davon aus, dass alte Rassen „robuster“ reagieren, d.h. auch eine ausgeprägte Immunkompetenz besitzen.

Forschungsdesign zum Vergleich der Immunkompetenz

Die Fragestellung wurde durch einen Vergleich des Immunstatus von HL-Schweinen (Hybridschweinen), einer alten Schweinerasse (Turopolje) und einer Kreuzung aus moderner und alter Rasse unter vergleichbaren Haltungsbedingungen untersucht. Es zeigte sich, dass Turopoljeschweine sich einem anderen Mechanismus zur Elimination des viralen Erregers bedienen als die moderne Rasse. Auf einen Stimulus durch Stress reagiert das Immunsystem der HL-Schweine intensiver als das der Turopolje. Außerdem stellten die Forscher fest, dass die Fleischqualität bei den Kreuzungstieren im Vergleich zu der der HL-Schweine deutlich besser war, ohne dass Einbußen bei der Gewichtszunahme auftraten.

Handlungsempfehlung

Nach derzeitigem Kenntnisstand lohnt es sich, die alten Rassen weiter zu stärken und sie eventuell in die moderne Zuchtlinie einzukreuzen.

Dokumente und Downloads

Die Forschung

Projekt-Kontakt

Dr. med. vet. Heike Kliem
Prof. Dr. Dr. Heinrich H.D. Meyer

Abteilung für Physiologie
Zentralinstitut für Ernährung- und Lebensmittelforschung
Technische Universität München
Weihenstephaner Berg 3
85354 Freising

Telefon: 0 81 61 / 71 - 3508
E-Mail: heike.kliem@wzw.tum.de, hhdmeyer@wzw.tum.de

Kontakt

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In der Mark 2 • 33378 Rheda-Wiedenbrück

Tel.: 0 52 42 / 961 - 5338
E-Mail: info@toennies-forschung.de

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