Untersuchungen beim Schwein zur Geburtsphysiologie und -pathologie sowie über die Genotyp-Umwelt-Interaktion auf Endokrine und metabolische Parameter der Ferkel-Vitalität

Züchterische Selektionen in der Schweineproduktion führten in den letzten 20 Jahren dazu, dass die Anzahl Ferkel pro Wurf durch Nutzung des ovariellen Potentials bei dieser Tierart erheblich (um ca. 25%) gesteigert werden konnte. Diese großen Würfe gehen mit einem beachtlichen Anteil an leichtgewichtigen Ferkeln (<1100 g Geburtsgewicht) einher. Die Verlustrate dieser Ferkel ist überdurchschnittlich hoch und stellt teilweise den züchterischen Erfolg aus ökonomischer Sicht in Frage. Darüber hinaus ist dieses Problem auch unter tierschutzrelevanten Aspekten zu diskutieren.

Bisher gibt es nur unzureichende Kenntnisse darüber, mit welchen metabolisch-hormonellen Defiziten diese porcinen Neonaten geboren werden und wie sich in diesem Zusammenhang die unmittelbare postnatale Umwelt sowie biotechnische Maßnahmen zur Geburtskontrolle auf die Vitalität und Überlebenschancen dieser Tiere auswirken. Im von der Tönnies Forschung finanziell unterstützten Projekt werden drei wesentliche Faktoren, nämlich die Haltungsformen (Kastenstand vs. Bewegungsbucht), die Rasse („Deutsche Landrasse“ (DL) vs. „Deutsches Sattelschwein“ (DS)) sowie die Geburtsinduktion (Mutterschweine mit Geburtseinleitung und solche mit biologisch ablaufender Graviditätsdauer) und deren Einflüsse auf physikalische, metabolische und hormonelle Parameter bei den Neonaten einer näheren Betrachtung unterzogen. Die Untersuchung selbst fand am FBN Dummerstorf statt, wobei die Haltungsformen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die klimatischen Gegebenheiten im Stall waren gleich und wurden digital gesteuert. Die Einteilung der Ferkel erfolgte anhand des Geburtsgewichtes in hypotroph, eutroph und hypertroph (n = 144 je Gruppe). Es wurden fünf Blutproben während der Säugeperiode von den Ferkeln entnommen.

Veröffentlichungen (Stand 05-2026):